Sonntag, 2. November 2014

Endgültigkeit und ein schwerer Abschied

Ich bin so verzweifelt! Mein Kind ist tot! Ich weis nicht weiter! 34 Ssw, wir dachten alles wäre gut! über Nacht wurde plötzlich alles anders. Es folgte der Besuch bei der Hebamme, Sorge, Panik, Angst um meinen Sohn, Sankerfahrt alleine, unendliche Angst. Gewissheit. Unendliche, schreckliche, schmerzende Gewissheit. Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit, Schmerz, Schmerz, Schmerz!!!
Eine Nacht zu Hause, Trauer, nichts als Trauer! Vier quälende,unendlich quälendeTage im Krankenhaus. Ich und mein Körper wollen nicht loslassen, wollen das unvermeidliche Ende nicht wahrhaben. 8 Monate umsonst? Nein! Zusammenbruch und Schockstarre. Endlich die Einsicht, es geht nicht mehr so weiter - Wehentropf. Ein Ruck geht durch meinen Körper - ein Wunder??? Vielleicht können sie doch passieren. Jähe, irre Hoffnung - Fruchtblase war geplatzt. Zusammenbruch, PDA, Presswehen. Liebe, nichts als Liebe, nur unendliche Liebe - mein Sohn, so schön und sooo leblos! Vaterliebe, Mutterliebe, übervoll und reich! Sie wird nicht mehr gebraucht und ist doch unendlich da. Neugier, Annäherung, Ablehnung - nach langer Beobachtung - atmet er doch? Es kann nicht sein, was lange schon vergangen ist. Quälende Täuschung der eigenen Seele. Zusammenbruch. Verabschiedung. Angst im Dunkeln, Angst nie wieder zu vergessen, Angst, nie wieder glücklich zu sein und Liebe, unendliche Liebe! Gefühl des Betrogen seins um die schöne Zeit zu Zweit, um den Moment des ersten Kontakts! Erschöpfung, unendliche Erschöpfung.

Wir werden nicht erfahren, was der Grund war, warum Moritz hat nicht bei uns sein dürfen. Morgen werden wir uns zum letzten Mal von ihm verabschieden. Endgültig verstehen werden wir es noch eine Weile nicht. Ich habe Angst vor dem, was alle Zukunft nennen. Angst, die Familie geschädigt zu haben. Schuldgefühle, wo keine Gründe dafür sind und doch, sollte nicht mein Körper seinen beschützen? Was ist schiefgelaufen? Warum wir? Warum bei einer 0,26%igen Chance? Warum sind wir einer von drei Fällen pro Jahr in diesem KH? Was haben wir für Schuld auf uns geladen, dass wir so bestraft werden? Werden unsere Kinder den Weg mit uns gehen, unbeschadet, so irgend möglich? Ich weis nicht, wo oben und wo unen ist. Ich bin wund vor Schmerz, Trauer und Sehnsucht. Mein Leben liegt in Trümmern, sinnlos. Ich kann nicht zurück.

Moritz, wir lieben Dich! Du fehlst mir soooo! Warum? Warum? Warum?

Kommentare:

  1. Liebe Lolo,

    ich habe einen dicken Kloß im Hals, Tränen in den Augen und es tut mir SO leid für Euch :-( Ich finde keine Worte, die an dieser Stelle angebracht sind, wenn jemandem das Schlimmste widerfährt, was es gibt. Ich wünsche Euch alles Gute und die Kraft, diese schlimme Zeit zu überstehen!

    Steffi

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  2. Hallo Lolo,
    wie mutig und verzweifelt: solch ein Posting! Niemand wird Dich trösten können, doch Du kannst es zusammen mit Deinem Mann und Deiner Familie betrauern, denn die fühlen das Gleiche, fragen sich, wie Du, was schief gelaufen ist und ob sie irgendetwas hätten anders machen können.
    Moritz ist ein kleiner Engel, der nicht körperlich bei Euch bleiben konnte, der Euch angelächelt hat und nun doch Euren Weg bis ans Ende begleiten wird, ein Teil von Euch Beiden!
    Auch ich hatte mehrere Fehlgeburten und kann sehr gut nachvollziehen, was gerade in Dir vorgeht. Heute habe ich zwei erwachsene Söhne und doch sind ihre Brüder und Schwester noch immer Teil meines Lebens und Denkens. Ich wünsche Dir, dass auch Dein Moritz irgendwann Geschwister haben wird, aber das braucht und hat Zeit.
    Jetzt ist die Zeit der Traurigkeit. Es gibt übrigens Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern. Dort seid Ihr nicht alleine.
    Ich denke feste an Dich und werde für Dich beten
    Astrid

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  3. Liebe Lolo,

    es tut mir unendlich leid! Es gibt keine Worte, die hier helfen könnten!

    Lass Dich fest umarmen, ganz viel Kraft für Dich und Deine Familie!

    Barbara

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  4. Es ist so schlimm, ich findet keine Worte um auszudrücken wie fassungslos mich euer Verlust macht.
    Ich wünsche euch unendlich viel Kraft,diesen Schicksalsschlag gemeinsam durchzustehen.
    Mein tiefstes Beileid......
    Kleiner Moritz ruhe in Frieden

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  5. liebe Lolo, was ich hier bei dir lese schnürt mir auch die Kehle zu, ich kann dir nur virtuell sagen, wie Leid es mir tut, so unendlich leid, es gibt vorerst keinen Trost und ich kann nur hoffen, dass die sprichwörtliche Zeit ein wenig die Wunde heilt, die Narbe wird immer weh tun und es ist und war dein/euer Kind, das aus welchen Gründen auch immer nicht zu euch kommen konnte, und ich schließe mich den Vorschreiberinnen an, professionelle Hilfe ist sicherlich gut für euch, um damit wenigstens ein Stück weit fertig zu werden, vor allem eure anderen Kinder brauchen euch jetzt ganz nötig, die müssen es auch verstehen lernen und merken, dass sie für euch noch genauso wichtig sind wie es Moritz war.
    Wir hatten so einen Fall auch in der nahen Familie, wo das Kind am Morgen der Geburt sich auf die Nabelschnur legte und in den Wehen verstarb. Es wird ein langer Weg werden, und ich wünsche dir von ganzem, tiefsten Herzen Kraft, das zu überstehen und nicht zu verzweifeln, sei ganz ganz lieb gegrüßt und mit allen guten Wünschen und Gebeten und Gedanken bedacht, cornelia

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  6. meine LIEBE...jetzt hab ich sooo lange gebraucht um DEINE geschichte zu lesen...und ausgerechnet in einer zeit, wo es draussen um uns herum wie wild "glitzert"
    ich weiss nicht, wie es dir und euch jetzt geht...meine anteilnahme ist gross...und nicht nur seit "meiner" geschichte...ich hab von jeher ein extra herz für alle, die nicht auf der sonnenseite des lebens stehen!!!
    ich kann dir nicht alle buchstaben tippen, wie ich gern wollte...aber du sollst wissen...ich zünde ein lichtlein an und wünsch mir einfach nur...dass irgendwann alles gut wir...dass wir erfahren..."warum"
    sei behütet
    sei geherzt
    silke♥

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  7. Du Liebe,
    erst durch Deinen netten Kommentar bei mir bin ich auf Euren Verlust Eures Sohnes aufmerksam geworden!
    Habe gerade Deine Zeilen hier gelesen und bin sehr betroffen, Dein Schmerz ist unmittelbar fühlbar beim Lesen.
    Es tut mir so leid, dass Ihr dieses Schicksal ertragen müsst!

    Ich hoffe, dass Ihr Euch in der nun schon vergangenen Zeit gegenseitig Halt geben konntet und vielleicht ein winziges, kleines Bisschen besser umgehen könnt mit der Trauer, dem Unverständnis und auch der Wut, die sicherlich dazu gehört. Ich wünsche Euch herzensgute Menschen, die für Euch da sind, ein offenes Ohr haben und Euch helfen, den Verlust zu verarbeiten.

    Und verarbeiten heißt ja niemals zu vergessen. Es heißt eigentlich nur, dass man eines Tages wieder fähig ist, spontane Freude zu empfinden - vielleicht über den Frühlingsgesang einer Amsel, oder den ersten warmen Sonnenstrahl.

    Ich wünsche Euch alles Gute!
    Papagena

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  8. Ich bin wahnsinnig betroffen und wortlos überwältigt...

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